Web 2.0
Der Begriff Web 2.0 ist das Ergebnis eines Brainstormings von Tim O'Reilly und Dale Dougherty, in dem sie die neuen Techniken und Trends des Webs aufgriffen: Das Web hatte sich verändert und auch der Umgang der User mit dem Web. Man beschloss, eine Konferenz zu veranstalten, bei der diese Veränderungen des Webs nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Mittelpunkt stehen sollten. Als Schlagwort für die so zahlreichen wie verschiedenen Beobachtungen wählte Tim O'Reilly den Begriff "Web 2.0". Im Herbst 2004 fand die erste "Web 2.0 Conference" in San Francisco statt. Seitdem findet die Konferenz jährlich im Oktober statt.
Während im Web 1.0 die passive Konsumierung provider-generierter Inhalte seitens der User überwog, besteht die Grundidee im Web 2.0 in der stärkeren Einbindung des Anwenders als Produzent von Inhalten. Dieses "kollaborative" Web besticht auf den ersten Blick vor allem auch durch „intelligente“ Benutzeroberflächen, die zumeist mit Hilfe von AJAX realisiert werden. Typische Web 2.0-Anwendungen sind Weblogs (und Folksonomies), Wikis, RSS und Social Networks.
Web 2.0 wird daher oft als "basisdemokratische" Revolution des Internets propagiert, dahinter stehen aber auch umfassende kommerzielle Interessen, die durch neue, kombinierte Services verschiedener Internetanbieter („Mashup“) und aus damit verbundenen Firmen-Zusammenschlüssen oder Kooperationen resultieren, wie z.B. Internet-Telefonie (VoIP) und Weblogs in Kombination mit Suchdiensten, Geo-Diensten oder Online-Auktionen. Für den User entstehen daraus interessante und neue Dienstleistungen, allerdings können die Service-Provider so auch auf umfassenderes, verknüpftes Datenmaterial (Profile) zurückgreifen. Was damit geschieht, sei vorerst dahingestellt.
Bibliotheken haben diese Idee unter dem Begriff Bibliothek 2.0 aufgegriffen.